Frankreich und die Indigenen Louisianas.
France and the Louisiana Indians.
Frankreich machte auf zweierlei Weise mit den Indigenen Louisianas Bekanntschaft. Zunächst war es der unmittelbare Kontakt vor Ort, der die Kolonialbehörde und die Siedler zwang, sich auf die einheimische Bevölkerung einzustellen und mit ihr umzugehen. Und dann waren es die philosophischen und literarischen Schriften, die in Europa verbreitet wurden und dem heimatlichen Publikum ihr eigenes Bild von den fremden Kulturen lieferten.
- Die Beziehungen zwischen Franzosen und Indigenen am unteren Mississippi
- The Relations Between French and Indians on the Lower Mississippi
Die Jahrzehnte, in denen Frankreich die Kontaktgeschichte zwischen Europäern und Indigenen im Südosten des nordamerikanischen Kontinents maßgeblich beeinflusste, standen ganz im Zeichen der Rivalität zwischen Frankreich und England. Beide Großmächte mussten allein schon aus demografischen Gründen versuchen, die indigenen Gruppen für sich und zur Unterstützung ihrer Interessen zu gewinnen. Die Indigenen mussten sich dieser Situation stellen und versuchen, Position zu beziehen in einer für sie gänzlich neuen Situation. Hierbei waren sie keineswegs nur Getriebene, sondern auch selbständig Handelnde, denen es immer wieder gelang, eigene Absichten zu verwirklichen und sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. So konnten sie trotz aller Widrigkeiten einen Platz finden, um ihre grundsätzlichen Bedürfnisse zu befriedigen .
- Chateaubriand und die Natchez
- Chateaubriand and the Natchez
Für die Philosophen der Aufklärung waren auch die Menschen fremder Länder außerhalb Europas Gegenstand ihres Denkens. Dabei ging es auch um die Frage, ob diese Fremden als Menschen betrachtet werden sollten oder ob ihnen das Menschsein abgesprochen werden musste. Diejenigen unter den Denkern, die den Fremden in ihrem Menschsein gerecht werden wollten, neigten manchmal zum genauen Gegenteil, indem sie die Bewohner anderer Kontinente idealistisch überhöhten und als "Edle Wilde", die noch in einem mehr oder weniger unberührten und damit unverfälschten Dasein lebten, verklärten. Als Folge einer solchen verzerrten Wahrnehmung entstand gerade auch in Frankreich eine romantische Literatur, die den Gedanken des "Edlen Wilden" gerne aufnahm und in dichterischer Freiheit noch weiter spann. Der Hauptvertreter dieses Genre war Chateaubriand, dessen Romane die Natchez zum Gegenstand hatten und damit in Frankreich Spuren hinterließen wie kaum sonst in Europa.
Erstelle deine eigene Website mit Webador